Subjunctive Mood
Der Konjunktiv
Der englische Subjunctive ist eine kleine, kaum noch produktive Restform, die fast nur in formellen dass-Sätzen und festen Wendungen überlebt hat. Das Deutsche besitzt dagegen mit Konjunktiv I und Konjunktiv II zwei vollständig durchkonjugierte, im Alltag aktiv genutzte Modi, die weit tiefer in die Alltagsgrammatik hineinreichen als alles Vergleichbare im Englischen.
Grammar Comparison
Grammatikvergleich
Present Subjunctive (that he go) vs. deutscher Indikativ in dass-Sätzen
The doctor insisted that he see a specialist. / It is essential that she be informed immediately.
Der Arzt bestand darauf, dass er einen Spezialisten aufsucht. / Es ist unerlässlich, dass sie sofort informiert wird.
Nach Verben und Ausdrücken der Forderung oder Notwendigkeit (insist, essential, recommend) verwendet das Englische die reine Grundform des Verbs, unabhängig von der Person (that he see, nicht that he sees) – ein formelles, in der gesprochenen Alltagssprache oft durch should ersetztes Relikt. Im vergleichbaren deutschen dass-Satz steht überraschenderweise ganz gewöhnlich der Indikativ (dass er aufsucht), da das Deutsche seinen Konjunktiv I hier gerade nicht einsetzt; echter Konjunktiv I ist im Deutschen fast ausschließlich der indirekten Rede vorbehalten, nicht Forderungssätzen. Der englische Subjunctive-Kontext entspricht also gerade nicht dem deutschen Konjunktiv, sondern dem deutschen Indikativ.
were-Subjunktiv (If I were you) vs. produktiver deutscher Konjunktiv II
If I were you, I would apologize. / I wish I were taller.
Wenn ich du wäre, würde ich mich entschuldigen. / Ich wünschte, ich wäre größer.
Der englische Subjunctive überlebt im Grunde nur noch in einer einzigen Form: were ersetzt was für alle Personen in irrealen wenn-Sätzen und Wunschsätzen; abgesehen davon besitzt das Englische kaum eigene Konjunktivformen und behilft sich stattdessen mit would. Das Deutsche dagegen verfügt mit wäre, hätte, käme und würde + Infinitiv über einen vollständig lebendigen Konjunktiv II, der für jedes Verb bildbar ist und ständig in Alltagsgesprächen, Höflichkeitsformeln und Wunschäußerungen vorkommt – was im Englischen also ein seltenes Relikt ist, gehört im Deutschen zu den zentralen, hochfrequenten Modi der Sprache.
Konjunktiv I für indirekte Rede – eine Form, die dem Englischen fehlt
She said that she was tired. / He claims that he has finished the report.
Sie sagte, sie sei müde. / Er behauptet, er habe den Bericht fertiggestellt.
Das Deutsche besitzt mit dem Konjunktiv I (sei, habe) einen eigenen Modus speziell dafür, fremde Aussagen wiederzugeben und dabei Distanz zur Wahrheit der Aussage zu signalisieren – eine grammatische Kategorie, die im Englischen komplett fehlt. Das Englische gibt Redewiedergabe stattdessen allein durch die Rückverschiebung der Zeitform (was tired, has finished bleibt hier sogar unverändert) oder gelegentlich durch Modalverben wieder, bleibt dabei aber im gewöhnlichen Indikativ. Die im Deutschen mögliche Unterscheidung zwischen Konjunktiv I (berichtete Aussage, keine eigene Stellungnahme) und Indikativ (eigene Übernahme der Aussage als wahr) hat im Englischen daher keine grammatische Entsprechung – nur Wortwahl und Kontext leisten dort diese Arbeit.
Vocabulary
Wortschatz
- German
- der Konjunktiv
- German
- hypothetisch
- German
- darauf bestehen, dass
- German
- es ist unerlässlich, dass
- German
- Ich wünschte...
- German
- die indirekte Rede
- German
- eine irreale Bedingung
- German
- empfehlen, dass
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